Gerhard Radeck: Ganz privat

Beruflich war in den vergangenen Jahren viel über Gerhard Radeck zu lesen. Doch was macht unser Landrat eigentlich privat? Wir machen uns auf eine Spurensuche von der Vergangenheit bis hin zur Gegenwart und befragen den CDU-Landratskandidaten zu seinen Hobbys.

Geboren wurde er 1958 in Bochum, im Alter von sieben Jahren „verschlug“ es ihn in den Königslutteraner Ortsteil Glentorf. 1975 machte er seinen Schulabschluss an der Realschule an der Stadtkirche in Königslutter. 1978 beendete er erfolgreich seine Ausbildung zum Industriekaufmann an der „Braunschweigischen Maschinenbauanstalt“.

Seine Ausbildung im Polizeidienst schloss sich im gleichen Jahr an. 1982 beendete er seine Ausbildung im mittleren Dienst der Polizei als Lehrgangsbester, 1986 legte er sein Fachabitur ab. In den Jahren 1989 (Verwaltungswirt/gehobener Dienst) und 1995 (Polizeiführungsakademie/höherer Dienst) schloss er jeweils ein Studium berufsbegleitend erfolgreich ab.

„Man könnte schon sagen, dass ich einen größeren Teil meines Lebens mit Lernen verbracht habe“, verrät Gerhard Radeck. „Aus dieser Erfahrung halte ich es für wichtig, dass unsere Kinder bestmögliche Bedingungen in den Kindergärten und Schulen im Landkreis vorfinden.“

Sein Geburtsort Bochum, derzeit übrigens Aufsteiger in die 1. Fußball-Bundesliga, begründet seine Nähe zum Helmstedter und Schöninger Revier. „Ich kann nachvollziehen, wie sehr unsere Bergleute unter dem Ende des Kohleabbaus und der Abschaltung des Kraftwerks Buschhaus leiden“, gewährt Radeck Einblicke. „Die Kohle hat nach dem 2. Weltkrieg den Wiederaufbau Deutschlands ermöglicht. Und Berlin wäre heute nicht Berlin, wenn die Helmstedter Braunkohle und die Stromerzeugung im Landkreis die Hauptstadt nicht jahrelang zuverlässig mit Energie versorgt hätte.“

Groß geworden ist Gerhard Radeck in Glentorf. Hier erfolgten seine ersten Berührungspunkte zum dörflichen Leben. Kirche, Feuerwehr, Fußball – eine Jugend, vergleichbar mit vielen anderen Biografien. Und doch gibt es schon die eine oder andere Besonderheit.

Seine Mutter war Küsterin der örtlichen evangelischen Kirche. So wurde er schon von Kindesbeinen an mit den kirchlichen Gebräuchen vertraut gemacht, erlernte dabei, wie wichtig es ist, verlässlich und zuverlässig zu handeln.

Eine seiner „gewinnbringendsten“ Aufgaben war die Unterstützung seiner Mutter beim Fegen und Staubwischen im Gotteshaus. „Zwischen den Kirchenbänken fanden sich ab und zu Groschen, die die Kirchgänger verloren hatten. Zur Belohnung für mein fleißiges, wenn auch nicht immer freiwilliges Mithelfen durfte ich das Geld oft behalten“, schmunzelt Radeck. Ob dadurch der Grundstein für seine spätere kaufmännische Ausbildung gelegt wurde, bestätigt er indes nicht.

Eigentlich wollte er wie viele Kinder in seinem Alter viel lieber Fußball spielen. Und diese Leidenschaft sorgte ab und zu für Ärger im Hause Radeck. Seine Mutter war für das Läuten der Kirchenglocken verantwortlich. Beim „Vaterunser“ musste sie diese neunmal von Hand läuten. Diese Aufgabe wurde nur von ihr persönlich wahrgenommen.

Mit dem Läuten am Sonnabend war das anders. „Im Sommer musste ich pünktlich um 18 Uhr und im Winter um 17 Uhr läuten. Und wie das so ist: Manches Mal vergaß ich beim Fußballspielen die Zeit und das Läuten fiel aus oder erfolgte später.“ Ein solches Versäumnis konnte bei seiner temperamentvollen Mutter schnell „sehr unangenehm werden“. Diese Erfahrung wirkte bei ihm nachhaltig zur Entwicklung der Tugend „Pünktlichkeit“.

Wie viele Jungen früherer Jahrgänge schnürte Gerhard gerne seine Fußballstiefel. Für den TSV Heiligendorf ging er im Herrenbereich im Jahr 1978 in der Verbands- und Landesliga auf Torejagd. 1985 wechselte er dann zur SG Boimstorf/Glentorf, nach dem Aufstieg 1986 in der Kreisliga.

Als sein Sohn Niklas 1995 im Alter von fünf Jahren im Verein zu spielen begann, unterstützte er die Mannschaft als Betreuer. „Ein halbes Jahr später war ich schon Co-Trainer“, erinnert er sich gerne. Im zweiten Jahr wurde er dann Trainer der E- und F-Jugend der JSG Elm-Sundern; die hierfür notwendige „B-Lizenz“ hatte er bereits im Jahr 1982 erworben.

Diese Altersklasse habe ich bis zum Jahr 2000 mit viel Spaß und Freude trainiert.“ Das Trainer-Dasein endete, als Radeck dann Vorsitzender des SV Glentorf wurde. Intensiv arbeitet er dabei auch in der Arbeitsgemeinschaft der Königslutteraner Sportvereine mit.

Ehrenamtliche Erfüllung fand er auch in den Jahrzehnten seiner aktiven Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr. „Ich bin 1973 in die Jugendfeuerwehr Glentorf eingetreten und bin bis heute gerne in der freiwilligen Feuerwehr Mitglied.“ Im örtlichen Kommando war er 20 Jahre als Schriftführer und bis zu seinem 50. Lebensjahr als Atemschutzträger aktiv. „Ich erlebe die Kameradschaft als besondere Stärke der Feuerwehren, insbesondere in echten Einsatzlagen!“

Beruflich bedingt hat sich Gerhard Radeck dann nach und nach aus den ehrenamtlichen Tätigkeiten „herausgezogen“. Zu vielfältig und zeitlich aufwändig wurden seine verschiedenen Tätigkeiten bei der Polizei. „Die leitenden Aufgaben in Braunschweig und später in Helmstedt ließen ein geregeltes ehrenamtliches Engagement leider nicht mehr zu,“ stellt er nüchtern fest. Dabei klingt durchaus ein wenig Bedauern in seiner Stimme mit.

Heute wohnt der 62-jährige Landrat in einem kleinen Einfamilienhaus in der Kreisstadt Helmstedt zusammen mit seiner Frau Kathleen, die als Polizeibeamtin Karriere gemacht hat und für die CDU Mitglied des Helmstedter Rates ist. Beide nehmen gerne an den Veranstaltungen der verschiedenen Vereine teil, treffen sich öfter mit Freunden und schwingen sich als sportlichen Ausgleich auf die Fahrräder, um die vielen tollen Wege im Landkreis zu erkunden.

Geb.Datum:           16.08.1958

Familienstand:       verheiratet mit Kathleen Radeck seit 27.06.2015, 2 Söhne

Konfession:              evangelisch-lutherisch

Anschrift:               

Dresdener Straße 14, 38350 Helmstedt (seit 2011)

Schul-/Studienabschluss:

  • Realschulabschluss (1975)
  • Fachhochschulreife (1986)
  • Fachhochschulstudium Hildesheim (1986-1989)
    Diplom Verwaltungswirt (Polizei)
  • Studium an der Polizeiführungsakademie Münster
    (heute Deutsche Hochschule der Polizei) (1993-1995)
  • Zertifizierter Prozessbegleiter (seit 2010)

Erlernter Beruf:

Industriekaufmann BMA            (1975-1978)
(Braunschweigische Maschinenbauanstalt)

Kriminalpolizeibeamter             (seit   1978)
– mittlerer Dienst (m.D.)              (1978-1989)
– gehobener Dienst (g.D.)             (1989-1995)
– höherer Dienst (h.D.)                  (seit   1995)

  • Sachbearbeiter Kriminalpolizei (mittlerer Dienst)
    (u.a. Kriminaldauerdienst, Rauschgiftkriminalität)
  • Sachbearbeiter Kriminalpolizei (gehobener Dienst)
    (u.a. Wirtschaftskriminalität, Mord- und Sonderkommissionen)
  • Leiter Kriminalpolizei Helmstedt (1991-1992)
    (u.a. kriminalpolizeilicher Leiter des Niedersachsentages in Helmstedt)
  • Dozent für Kriminalwissenschaften und Kriminologie
    an der Fachhochschule Hildesheim (1995-1996)
  • Leiter der Kriminalpolizei Wolfsburg (höherer Dienst)
    (Zentraler Kriminaldienst – 1996-2006)
  • stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Wolfsburg (1998-2006)
  • Leiter Polizeikommissariat Braunschweig-Mitte (2006)
  • Leiter der Präsidialabteilung (Dezernat 01)
    beim Polizeipräsidenten Braunschweig (
    2007-2008)
  • Leiter Polizeikommissariat Braunschweig-Nord (2008-2012)
  • Leiter Polizeikommissariat Helmstedt (2012-2016)
  • Landrat Landkreis Helmstedt   (seit 2016)