Wie kann die Gastronomie während der Pandemie arbeiten? Und wie gestaltet sich die Landschaft der „Hotels, Kneipen und Gaststätten“ nachdem die Pandemie vorbei ist? Diese Fragen beschäftigen Helmstedts Landrat Gerhard Radeck. Daher sucht er, nicht erst seit der Pandemie, den engen Schulterschluss mit der DEHOGA, dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband.

Deren Vorsitzender ist der Helmstedter Gastronom und Hotelier Florian Hary. Der Unternehmer ist vielen durch sein jahrelanges Wirken auf der Burg Warberg bekannt. Vor einigen Jahren wagte Hary den Weg in die Selbständigkeit. Daher spürt er die Folgen der Betriebsschließungen oder Einschränkungen während der Pandemie „am eigenen Leib“.
„Ich befürchte, dass einige Betriebe nach der Pandemie nicht wieder den Betrieb aufnehmen können, weil die finanziellen Reserven aufgebraucht sind“, meint Gerhard Radeck. Vereinzelt hatten dieses schon Gastronomen in den vergangenen Wochen angekündigt. „Dies bedauere ich sehr, weil die Vielfalt von Kneipen und Gaststätten wichtig für ein positives Lebensgefühl ist.“ Auch für den aufkeimenden Tourismus, in diesem Fall vor allem den Radtourismus, ist eine gut funktionierende gastronomische Landschaft wichtig.
Dies bestätigt auch Florian Hary. Der DEHOGA-Vorsitzende blickt trotz der Krise mit Optimismus in die Zukunft. „Wir müssen jetzt die Chancen nutzen, die sich durch den Strukturwandel im Helmstedter Revier ergeben. Auch der sich entwickelnde Lappwaldsee wird im kommenden Jahrzehnt neue Chancen mit sich bringen.“

Als weitere Möglichkeit sieht Hary die Rückbesinnung auf den „innerdeutschen Tourismus“. „Es ist ein klarer Trend zum Urlaub im eigenen Land zu spüren, jenseits der Unsicherheit von Einreiseverboten, Quarantäne bei der Rückkehr oder Schwierigkeiten bei den Flugverbindungen.“ Dies biete auch dem Landkreis Helmstedt Chancen.
„Es ist sinnvoll, die vielfältigen Angebote im Landkreis Helmstedt digital erlebbar zu machen, um so noch mehr Besucher in unsere Städte und Gemeinden zu locken“, gibt Radeck einen Ausblick. Ferner sei eine stärkere Vernetzung der unterschiedlichen Angebote sinnvoll.
Als wichtiges gemeinsames Ziel sehen Florian Hary und Gerhard Radeck, dass wie bei der erfolgreich gestarteten gemeinsamen Wirtschaftsförderung auch die verschiedenen touristischen Aktivitäten der kreisangehörigen Kommunen, des Landkreises und der Tourismusgemeinschaft Elm-Lappwald unter ein gemeinsames Dach zusammengeführt werden, um so effektiver handeln zu können.