Radeck will mehr Mobilität Bessere Anbindung an Wolfsburg

1
von Nico Jäkel
Helmstedt. Eine Chance, „auf der Schiene“ innerhalb von 30 bis 35 Minuten von Helmstedt nach Wolfsburg zu kommen, sieht Landratskandidat Gerhard Radeck. Konkret ins Auge gefasst hat der Leiter der Helmstedter Polizei dafür die Weddeler Schleife, im Zuge deren Ausbaus eine solche Anbindung Realität werden könnte. Wie diese Anbindung aussehen könnte, erläuterte Radeck seinen beiden Gästen, Dr. Hans-Rudolf Thieme und Lorenz Flatt.
„Wir müssen uns jetzt ins Gespräch bringen, wenn wir etwas bewegen wollen. Noch ist die Chance da“, erklärte Radeck direkt die Eile der Situation, die in diesem Kontext geboten sei. Denn alles hinge von der Realisierung des Ausbaus der Weddeler Schleife ab – deren Planungen derzeit laufen. Aktuell sei die Situation so, fuhr Radeck fort, dass es zwar viele Straßen von Helmstedt nach Wolfsburg gäbe, diese aber gerade in den Schichtwechsel-Zeiten vollkommen überfüllt seien – und daher zum Teil Staus oder zumindest längere Fahrtzeiten zu erwarten seien. Und ein Ausbau der A39 auf sechs Spuren oder gar eine achtspurige A2 seien absolut undenkbar im Augenblick, stellte Radeck fest. Daher sei die Lösung „auf der Schiene“ eine gute, nicht nur im Hinblick auf Fahrtzeiten, sondern auch unter Umweltgesichtspunkten. Dafür sei aber einiges an Überzeugungsarbeit notwendig. Aktuell müsse man von Helmstedt über Königslutter nach Braunschweig fahren, dort umsteigen, um weiter nach Wolfsburg zu kommen. Dies sei ziemlich zeitaufwändig und kompliziert.
Daher sieht er es als Ziel, den Ausbau der Weddeler Schleife zu nutzen, um eine Lösung zu finden. Zwei realistische Lösungen gäbe es dafür: eine recht kostenintensive Variante und eine nahezu kostenneutrale, die aber mit etwas organisatorischem Aufwand verbunden sei.
Die teure Variante wäre aber, so Radeck, die bessere: vor dem Weddeler Bahnhof könnte eine Verbindung der Strecken zwischen Weddel und Wolfsburg gebaut werden. Er schätze die Kosten auf rund zehn Millionen Euro. Damit wäre dann eine Verbindung von Helmstedt über Königslutter und Weddel nach Wolfsburg direkt möglich – mit etwa 30 Minuten Fahrtzeit.
Landratskandidat Gerhard Radeck (rechts) hatte Dr. Hans-Rudolf Thieme (links) und Lorenz Flatt zum Gespräch „vor Ort“ am Bahnhof eingeladen, um die Bahnanbindung zu thematisieren.  
Foto: Nico Jäkel
Bei der zweiten, derzeit wohl realis­tischeren Variante, wäre ein Halt in Weddel, wie bei einer Art Kopfbahnhof, die Lösung. Den Halt könnte der Lokführer nutzen, um den Triebwagen zu wechseln und den Zug praktisch rückwärts wieder aus dem Bahnhof auf die Strecke nach Wolfsburg, beziehungsweise in anderer Richtung nach Helmstedt zu bringen. Dies könnte etwa fünf bis zehn Minuten längere Fahrtzeiten bedeuten, meint Gerhard Radeck, aber dennoch wäre es eine starke Alternative zur Straße.
Tätig war Landratskandidat Gerhard Radeck auch schon: mit dem Verkehrsministerium war er im Gespräch – dort halte man die Idee für machbar, verwies aber darauf, dass es Landessache sei. In der Konsequenz will Radeck nun Kontakt mit dem Landkreis und der Landesbehörde suchen, um sein Vorhaben einzubringen.
Print Friendly